Archiv der Kategorie: Bundesminister der Verteidigung

Trauer um Peter Struck

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Einzelplan 14 trauert um unseren ehemaligen Bundesminister der Verteidigung Peter Struck. Ich hatte das Glück, ihn als einen sehr menschlichen und offenen Politiker kennen zu lernen. Meine Gedanken und Gebete sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern.

Lesenswert: Armee auf dem Rückzug von Joachim Käppner (Süddeutsche Zeitung, 29./30.Oktober 2011)

Von einem Historiker erwarten Leser fundierte Informationen und eine Einordnung des Geschehens. Man erwartet ebenfalls, dass ein Historiker belesen sei und bestenfalls auch ein Spezialgebiet habe. Bei Joachim Käppner ist das so. Er ist Historiker und hat in den letzten Jahren Bücher über Generale, den zweiten Weltkrieg und die deutsche Geschichte geschrieben. Als Kolumnist befasst er sich aber auch mit der Zukunft: in seinem Kommentar Armee auf dem Rückzug schreibt Käppner in der Süddeutschen Zeitung über die Zukunft der Bundeswehr nach ihrer Verkleinerung. Weiterlesen

Erneut tieftraurige Nachrichten aus Nordafghanistan

Die deutschen Feldlager in Nordafghanistan

In stillem Gedenken
Bei einem Sprengstoffanschlag in Taloqan, der Hauptstadt der nordafghanischen Provinz Takhar, sind gestern Nachmittag zwei Bundeswehrsoldaten gefallen. Bis zu fünf weitere Soldaten der Bundeswehr wurden verwundet. Darunter befindet sich auch der Regionalkommandeur Nord und Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingentes ISAF, Generalmajor Markus Kneip. Weiterlesen

Der Große Zapfenstreich für Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg

Gestern Abend fand mit etwa 450 geladenen Gästen die Verabschiedung von Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums am zweiten Dienstsitz in Berlin mit den höchsten militärischen Ehren der Bundeswehr, dem Großen Zapfenstreich, statt.

Im Großen Zapfenstreich bekommt der Geehrte mit der Serenade die Möglichkeit, sich bis zu drei Stücke auszusuchen. Zu Guttenberg hatte sich den Marsch Großer Kurfürst, Deep Purples „Smoke on the Water“ und – als Bayer – den Marsch König Ludwig II gewünscht. In den Marsch wurde das für den Oberfranken passende Frankenlied eingeflochten. Möglicherweise war das die Idee des Dirigenten des Heeresmusikkorps, denn Oberstleutnant Volker Wörrlein kommt selbst aus Mittelfranken. Weiterlesen

IBuK zurückgetreten

Mit den Worten „Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens“ ist Karl-Theodor zu Guttenberg heute als IBuK zurückgetreten. Wird Thomas de Maizière sein Nachfolger als Bundesminister der Verteidigung?

Offener Brief des Deutschen Marinebundes e.V. an den Bundesminister der Verteidigung

Logo des Deutschen Marinebundes e.V.

In den vergangenen Tagen hat es viel Unruhe in der Bundeswehr gegeben. Insbesondere der Fall der am 07. November tödlich verunglückten Offizieranwärterin auf der Gorch Fock beschäftigt die Medien.

Karl Heid,  Präsident des Deutschen Marinebundes e.V wandte sich deshalb gestern in einem offenen Brief an den Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg.

Wie schon beim Luftangriff von Chahar Darreh und Oberst Georg Klein, ist die Berichterstattung auch im Falle von Kapitän z. S. Norbert Schatz von Vorverurteilung geprägt.

Selbstverständlich ist eine vollständige Aufklärung des Vorfalles und der mutmaßlichen Meuterei wichtig und notwendig. Doch die Mitglieder des DMB sind besorgt über die äußerst negative Darstellung der Ausbildung auf der Gorch Fock und fordern stärkeren Rückhalt für den Kommandanten durch seinen Dienstherrn. Dieser hat gestern in der Aktuellen Stunde des Deutschen Bundestages Stellung zur Aufklärung des Unfalls auf der Gorch Fock, des Schießunfalls in Afghanistan und der geöffneten Feldpost genommen. Dabei stellte er klar, dass Kapitän z. S. Schatz unverändert Kommandant der Gorch Fock sei, derzeit jedoch von seiner Verantwortung entbunden ist.

Besorgt um die Zukunft der in den Medien in Zweifel gezogenen Zukunft der Gorch Fock hebt der Präsident des DMB die positiven Aspekte der Ausbildung auf dem Segelschulschiff hervor und geht gleichzeitig auf die Rolle der Gorch Fock als friedliche Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland ein:

Der Marinesoldat ist mehr als jeder andere Bundeswehrangehörige von den Naturelementen, von der Gewalt von Wind und Wellen abhängig. Diese Erfahrung kann er am besten auf einem Segelschulschiff gewinnen. Hier lernt der angehende Marineoffizier vor allem aber, wo seine eigenen physischen und psychischen Grenzen liegen und was geschieht, wenn diese Grenzen erreicht werden. Hier wird er für die Teamarbeit befähigt, da ein Segelschiff nur zu bewegen ist, wenn im wahrsten Sinne des Wortes „Alle an einem Strang ziehen“.

Während der DMB eine lückenlose Aufklärung der Anschuldigungen und Missstände fordert, und sich wünscht, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, befürchten seine Mitglieder, dass eine objektive Klärung der Sachlage durch die bereits in der Öffentlichkeit diskutierten möglichen Umstände und Mutmaßungen nur schwer möglich sein wird.

Zum offenen Brief von Karl Heid, Präsident des DMB, geht es hier.

Einzelplan 14 wird ein Jahr alt!


Flecktarnkuchen à la Einzelplan 14

Nach der Abgabe meiner Masterarbeit zum Thema Bundeswehreinsatz in Afghanistan im Herbst 2009 wollte ich mich gern weiterhin mit meinem Schwerpunkt Sicherheits- und Verteidigungspolitik beschäftigen – und das vorzugsweise im Austausch mit anderen. Deshalb habe ich am 03. Dezember 2009 den ersten Beitrag „Unser neuer Verteidigungsminister“ für Einzelplan 14 verfasst. Anlass dafür waren die Verlängerung der Mandate für ISAF und UNIFIL, der Spiegel mit dem Thema “Wann dürfen Deutsche töten?” und die Rücktritte von Dr. Franz Josef Jung, General Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert. Anlass dafür war aber auch, dass ich das Gefühl hatte, dass sich mit Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg als Bundesminister der Verteidigung in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik einiges zum Positiven änderte und noch ändern würde. Unter dem Eindruck der Aushändigung der ersten Einsatzmedaillen Gefecht Anfang dieser Woche bin ich davon noch immer überzeugt.

Während der Recherche für meine Masterarbeit habe ich mich mit dem Bild deutscher Soldaten sowohl in Deutschland als auch im Ausland beschäftigt und dazu auch ausländische Soldaten befragt. Ich wollte wissen, ob es wirklich so ist, wie man in den Zeitungen liest – dass amerikanische, britische oder kanadische Soldaten die Bundeswehr nicht ernst nehmen oder auf sie herabschauen. Und ich wollte verstehen, warum die Bundeswehr so funktioniert wie sie funktioniert (etwa in Bezug auf die caveats in Afghanistan), da ich in der „prägenden Phase“, als ehemalige Mitschüler den Wehrdienst absolvierten (und ich über sie das erste Mal direkten Kontakt mit der Bundeswehr gehabt hätte), in Kanada lebte.

Je mehr ich mich mit der Bundeswehr und ihrer Arbeit (besonders in Afghanistan) beschäftige, umso häufiger bin ich enttäuscht davon, dass die deutsche Öffentlichkeit ihren/unseren Soldaten so skeptisch und desinteressiert gegenüber steht. Verwunderlich ist das bei der fast ausschließlich negativen Berichterstattung zu Afghanistan sicherlich nicht, da diese eine große Rolle spielt, wenn es um die öffentliche Meinung zum Einsatz und zu den Soldaten selbst geht. Wenn positive Entwicklungen stärker kommuniziert würden und auch die Politik Ziele und Erfolge besser mitteilen könnte, gäbe es möglicherweise ein anderes Bild von Afghanistan – und auch ein anderes Bild unserer Soldaten. Im Internet lese ich immer wieder Kommentare zu deutschen Soldaten, insbesondere nach Anschlägen auf die Bundeswehr. Sehr häufig gibt es dort in Bezug auf verwundete oder gefallene Soldaten eine „selbst schuld“ Haltung, sie haben ja schließlich gewusst, worauf sie sich einließen. Das macht mich nachdenklich und traurig. Was mir fehlt, ist das Bild von Soldaten als Menschen, viel zu selten wird darauf aufmerksam gemacht, welche Einschränkungen sie und ihre Angehörigen in Kauf nehmen.

Solange die öffentliche Meinung zu unseren Soldaten so kritisch ist, werde ich mich für mehr Rückhalt und Anerkennung für und Solidarität mit den deutschen Soldaten in der Bevölkerung einsetzen. Vielleicht kann ich so unseren Soldaten etwas für ihre schwierige Arbeit zurück geben, denn sie haben unsere Dankbarkeit verdient.

In diesem einen Jahr habe ich über Einzelplan 14 wunderbare Menschen kennen gelernt, viele Möglichkeiten erhalten und auch sehr viel von meinen Lesern gelernt. Dafür ein ganz herzliches Danke!

Obwohl ich als einzige bloggende Frau zu diesen Themen das ein oder andere Mal auch auf die spezielle Rolle der Frau auf diesem Themengebiet eingegangen bin – und das wohl auch in Zukunft tun werde – hatte ich nie mit Vorurteilen zu tun. Auch das freut mich natürlich.

Ich freue mich immer über Feedback und hoffe, dass es weiterhin einen lebhaften Austausch geben wird, gern auch über die Facebook-Seite.