Der Große Zapfenstreich für Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg

Gestern Abend fand mit etwa 450 geladenen Gästen die Verabschiedung von Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums am zweiten Dienstsitz in Berlin mit den höchsten militärischen Ehren der Bundeswehr, dem Großen Zapfenstreich, statt.

Im Großen Zapfenstreich bekommt der Geehrte mit der Serenade die Möglichkeit, sich bis zu drei Stücke auszusuchen. Zu Guttenberg hatte sich den Marsch Großer Kurfürst, Deep Purples „Smoke on the Water“ und – als Bayer – den Marsch König Ludwig II gewünscht. In den Marsch wurde das für den Oberfranken passende Frankenlied eingeflochten. Möglicherweise war das die Idee des Dirigenten des Heeresmusikkorps, denn Oberstleutnant Volker Wörrlein kommt selbst aus Mittelfranken.

Bei „Smoke on the Water“ wippten sowohl zu Guttenberg als auch Minister Dr. Thomas de Maizière mit dem Fuß, ersterer lächelte. Leise konnte man hören, wie einige Gäste ihren Nachbarn gut gelaunt „eine gute Wahl“ und „passt zu ihm“ zuflüsterte.

Die Stimmung der Teilnehmer war gemischt – die Zeremonie war von Anerkennung und Wohlwollen geprägt, gemischt mit Mitgefühl und dem Bedauern über den Rücktritt des IBuK. Besonders die vielen Besuche in Afghanistan und den anderen Einsatzgebieten werden von der Truppe gelobt, und natürlich auch, dass endlich jemand die Situation am Hindukusch so dargestellt hat, wie die Soldaten sie täglich erleben. Daher war der Zapfenstreich eine sehr persönliche Zeremonie für einen auffallend menschlichen Minister, der so oft die richtigen Worte für unsere Soldaten gefunden hat.

Die Kanzlerin ließ es sich nicht nehmen, Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg nach dem Großen Zapfenstreich persönlich zu verabschieden. Dieser hatte kurz zuvor das Amt offiziell an Dr. Thomas de Maizière übergeben – mit den besten Wünschen und Gottes Segen für die Bundeswehr. Bevor zu Guttenberg und seine Frau Stephanie den Platz mit der Eskorte verließen, drehte der Minister a.D. sich sichtlich gerührt zur Gästetribüne um und winkte. Die Anteilnahme der Zuschauer war nun deutlich spürbar. Nach der Zeremonie sagten etliche Gäste, dass diese Geste für sie der bewegendste Moment des Abends war.

Insgesamt war der Große Zapfenstreich eine von Dankbarkeit, Stolz und Anerkennung geprägte Veranstaltung, an deren Ende die Hoffnung vieler stand, dass zu Guttenberg irgendwann in die Politik zurückkehren möge.

2 Antworten zu “Der Große Zapfenstreich für Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg

  1. Politikverdruss

    Habe die Veranstaltung auch so empfunden, wie Sie sie beschrieben haben. Und zu Recht stellen Sie heraus, dass er einen Weg zu den „Herzen“ der Einsatzsoldaten gefunden hat. Das klingt zwar ein wenig pathetisch. Als alter Soldat aber weiß ich, dass dies nur wenigen „Führern“ gelingt. Soldaten unterscheiden sehr genau zwischen aufgesetztem Führertum und einer inneren Verbundenheit, die ihnen entgegengebracht wird.

  2. Danke für die Zustimmung, das freut mich.

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