Einzelplan 14 wird ein Jahr alt!


Flecktarnkuchen à la Einzelplan 14

Nach der Abgabe meiner Masterarbeit zum Thema Bundeswehreinsatz in Afghanistan im Herbst 2009 wollte ich mich gern weiterhin mit meinem Schwerpunkt Sicherheits- und Verteidigungspolitik beschäftigen – und das vorzugsweise im Austausch mit anderen. Deshalb habe ich am 03. Dezember 2009 den ersten Beitrag „Unser neuer Verteidigungsminister“ für Einzelplan 14 verfasst. Anlass dafür waren die Verlängerung der Mandate für ISAF und UNIFIL, der Spiegel mit dem Thema “Wann dürfen Deutsche töten?” und die Rücktritte von Dr. Franz Josef Jung, General Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert. Anlass dafür war aber auch, dass ich das Gefühl hatte, dass sich mit Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg als Bundesminister der Verteidigung in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik einiges zum Positiven änderte und noch ändern würde. Unter dem Eindruck der Aushändigung der ersten Einsatzmedaillen Gefecht Anfang dieser Woche bin ich davon noch immer überzeugt.

Während der Recherche für meine Masterarbeit habe ich mich mit dem Bild deutscher Soldaten sowohl in Deutschland als auch im Ausland beschäftigt und dazu auch ausländische Soldaten befragt. Ich wollte wissen, ob es wirklich so ist, wie man in den Zeitungen liest – dass amerikanische, britische oder kanadische Soldaten die Bundeswehr nicht ernst nehmen oder auf sie herabschauen. Und ich wollte verstehen, warum die Bundeswehr so funktioniert wie sie funktioniert (etwa in Bezug auf die caveats in Afghanistan), da ich in der „prägenden Phase“, als ehemalige Mitschüler den Wehrdienst absolvierten (und ich über sie das erste Mal direkten Kontakt mit der Bundeswehr gehabt hätte), in Kanada lebte.

Je mehr ich mich mit der Bundeswehr und ihrer Arbeit (besonders in Afghanistan) beschäftige, umso häufiger bin ich enttäuscht davon, dass die deutsche Öffentlichkeit ihren/unseren Soldaten so skeptisch und desinteressiert gegenüber steht. Verwunderlich ist das bei der fast ausschließlich negativen Berichterstattung zu Afghanistan sicherlich nicht, da diese eine große Rolle spielt, wenn es um die öffentliche Meinung zum Einsatz und zu den Soldaten selbst geht. Wenn positive Entwicklungen stärker kommuniziert würden und auch die Politik Ziele und Erfolge besser mitteilen könnte, gäbe es möglicherweise ein anderes Bild von Afghanistan – und auch ein anderes Bild unserer Soldaten. Im Internet lese ich immer wieder Kommentare zu deutschen Soldaten, insbesondere nach Anschlägen auf die Bundeswehr. Sehr häufig gibt es dort in Bezug auf verwundete oder gefallene Soldaten eine „selbst schuld“ Haltung, sie haben ja schließlich gewusst, worauf sie sich einließen. Das macht mich nachdenklich und traurig. Was mir fehlt, ist das Bild von Soldaten als Menschen, viel zu selten wird darauf aufmerksam gemacht, welche Einschränkungen sie und ihre Angehörigen in Kauf nehmen.

Solange die öffentliche Meinung zu unseren Soldaten so kritisch ist, werde ich mich für mehr Rückhalt und Anerkennung für und Solidarität mit den deutschen Soldaten in der Bevölkerung einsetzen. Vielleicht kann ich so unseren Soldaten etwas für ihre schwierige Arbeit zurück geben, denn sie haben unsere Dankbarkeit verdient.

In diesem einen Jahr habe ich über Einzelplan 14 wunderbare Menschen kennen gelernt, viele Möglichkeiten erhalten und auch sehr viel von meinen Lesern gelernt. Dafür ein ganz herzliches Danke!

Obwohl ich als einzige bloggende Frau zu diesen Themen das ein oder andere Mal auch auf die spezielle Rolle der Frau auf diesem Themengebiet eingegangen bin – und das wohl auch in Zukunft tun werde – hatte ich nie mit Vorurteilen zu tun. Auch das freut mich natürlich.

Ich freue mich immer über Feedback und hoffe, dass es weiterhin einen lebhaften Austausch geben wird, gern auch über die Facebook-Seite.

2 Antworten zu “Einzelplan 14 wird ein Jahr alt!

  1. Herzlichen Glückwunsch!! Ein toller Tarnfleckkuchen🙂

  2. Pingback: Das erste Jahr – Jahresrückblick 2010 | Einzelplan 14

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