„Im Verborgenen“ – Beklemmung auf den zweiten Blick

Der Scharfschütze ist hier links unter der Birke

In der vergangenen Woche wurde die Ausstellung „Im Verborgenen“ in der Politikberatung republik movida GmbH in Berlin eröffnet. Kuratiert von Martin Bayer werden dort fotografische Arbeiten aus Simon Menners Werkzyklen „Camouflage“ und „Murder Weapons“ gezeigt.

Reinhold Robbe, Wehrbeauftragter a.D.

Die Ausstellung wurde mit einem Grußwort des Wehrbeauftragten a.D. Reinhold Robbe eröffnet. In seiner Ansprache ging er darauf ein, wie wichtig es ist, das vom ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler geprägte „freundliche Desinteresse“ in ein „ehrliches, menschliches Interesse“ der Bevölkerung an der Bundeswehr zu wandeln. Diese Ausstellung bietet eine solche Möglichkeit.

v.l.n.r.: Reinhold Robbe, Simon Menner und Martin Bayer bei der Vernissage zu "Im Verborgenen"

v.l.n.r.: Reinhold Robbe, Simon Menner und Martin Bayer bei der Vernissage zu "Im Verborgenen"

Der Titel der Ausstellung – „Im Verborgenen“ –bezieht sich auf die Bilder aus dem Werkzyklus „Camouflage“. Zur Realisierung dieses Werkzyklus‘ wurden Simon Menner zwei Scharfschützen der Bundeswehr zur Verfügung gestellt, die sich für seine Bilder in der Natur verborgen haben. Er bat sie auf die Kamera, und damit auf den späteren Betrachter der Bilder, zu zielen.

Auf den ersten Blick sind die Werke harmonische Landschaftsbilder, wie sie in jedem Wohnzimmer hängen könnten und eine entspannende Wirkung haben. Ganz anders hier. Denn sobald dem Betrachter nicht nur bewusst ist, dass sich ein Scharfschütze im Bild versteckt, sondern dieser auch noch direkt auf ihn zielt, ist der Betrachter angespannt und sucht fast panisch nach dem „Feind“.

Scharfschütze im linken Teil des Bildes unter den Ästen u. Zweigen im Vordergrund. Der Gewehrlauf ist sichtbar.

Bronzestatue

Die Bilder aus dem Zyklus „Murder Weapons“ zeigen Objekte aus dem Berliner Polizeiarchiv, die als Mordwerkzeug dienten. Auch hier entfaltet sich die bedrohliche Wirkung erst mit dem Wissen, dass beispielsweise mit einer Bronzestatue ein Mensch getötet wurde.

Die Ausstellung ist noch bis 13. Mai 2011 in der

republik movida GmbH
Luisenstr. 41
in Berlin-Mitte

zu sehen.

Die Serie „Camouflage“ mit den Auflösungen, wo die Scharfschützen gefunden werden können, finden Sie hier.

3 Antworten zu “„Im Verborgenen“ – Beklemmung auf den zweiten Blick

  1. Politikverdruss

    Ich bin ja so froh, dass „Camouflage“ und „Murder Weapons“ in keinem Zusammenhang stehen. Und jetzt , wo ich dieses schreibe, frage ich mich, wie ich bloß darauf kommen konnte.

    • Interessanterweise sagte Simon Menner, der Künstler, dass ihm dieser Zusammenhang erst bei der Ausstellungseröffnung klar wurde. Beabsichtigt hatte er eine solche Nachricht an den Betrachter daher wohl nicht. In der Ausstellung hängen die Werkzyklen auch in verschiedenen Räumen.

  2. Politikverdruss

    @Einzelplan 14,
    ich glaube Ihnen!

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