With glowing hearts/Des plus brillants exploits – die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver und die Sportförderung der Bundeswehr

Nach 17 Tagen ist es nun vorbei. Es wird komisch sein, abends den Fernseher anzustellen und nicht stundenlang Wintersport und Schnee in der geheizten Wohnung bei warmem Tee zu empfangen. Noch nicht einmal Curling…

Mit einem atemberaubenden Finale auf dem Weg zur Goldmedaille in ihrem Nationalsport – der einzigen Medaille die wirklich zählt – hat sich Kanada als wunderbarer Gastgeber, als offenes Land und als Heimat herzlicher Menschen gezeigt.

Quelle: http://www.25stanley.com/storage/vancouver-2010-red-mittens.jpg

Wenn Teile der Abschlusszeremonie vielleicht etwas fragwürdig gewesen sein mögen (es sei etwa an die Damen im doch recht kurzen Pseudo-Mountiedress erinnert), so wird die sehr kanadische und bewegende Eröffnungszeremonie dem ein oder anderen dafür vielleicht länger in Erinnerung bleiben.

Die Frage, ob und wie München 2018 da mithalten kann bzw. könnte steht ebenso im Raum. Und da es nur natürlich ist, dass ein Gastgeberland den Medaillenspiegel anführen will (wie Kanada zumindest nach europäischer Zählweise im eigenen Land), gilt es auch über die deutschen Sportsoldaten nachzudenken.

Bei den XXI. Olympischen Winterspielen in Kanada gab es 30 deutsche Medaillen (10 mal Gold, 13 mal Silver und 7 mal Bronze). 15 dieser Medaillen wurden von Sportsoldaten gewonnen. Die Bundeswehr ist einer der größten Förderer des Hochleistungssports in der Bundesrepublik Deutschland. Und obwohl manch einer im ersten Moment dabei erst einmal an die logisch erscheinende Disziplin Biathlon denken mag, ist es doch erstaunlich, dass die Bundeswehr in Vancouver sogar einen Snowboarder vorzuweisen hat. Unteroffizier Konstantin Schad aus Rosenheim schied leider schon vor dem Finale im Boardercross aus, aber vielleicht zeigt eine so moderne Sportart ja trotzdem, dass die Bundeswehr zukunftsfähig ist?

63 Sportsoldaten haben in diesem Jahr in Vancouver in den verschiedensten Disziplinen teilgenommen und gewonnen.

Dazu gehören längst etablierte Namen wie die von Hauptfeldwebel Ronny Ackermann, Stabsunteroffizier Daniela Anschütz-Thoms, Unteroffizier Tino Edelmann oder Hauptfeldwebel Kati Wilhelm.

Um bei der Bundeswehr gefördert zu werden, muss der Sportler zuerst einen Antrag zur Aufnahme in eine Sportfördergruppe stellen. Nach Zustimmung des zuständigen Spitzenverbandes und des Deutschen Olympischen Sportbundes erfolgt die gezielte Einberufung zum Wehrdienst. Frauen können nur infolge freiwilliger Verpflichtung in die Sportförderung der Bundeswehr aufgenommen werden – meist erfolgt dann eine Verpflichtung als Soldaten auf Zeit für zwei Jahre.

Mit der Sportförderung soll deutschen Spitzensportlern die Chance international wettbewerbsfähig zu sein gegeben werden. Dazu gibt es die verschiedenen Sportfördergruppen, von denen Oberhof vielleicht die bekannteste ist:

Quelle: http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/mediabild?yw_contentURL=/C1256EF40036B05B/W27Y6KSX963INFODE/content.jsp

Auch Sportsoldaten müssen eine militärische Grundausbildung von zwei Monaten machen. Danach setzt sich die Zeit in der Sportfördergruppe aus etwa 70 Prozent Sport und 30 Prozent militärischer Aus- und Weiterbildung als Soldat zusammen. Für Meisterschaften bzw. Spiele oder die Teilnahme am Training des Spitzenverbandes können Sportsoldaten erst nach absolvierter Grundausbildung vom Dienst befreit werden.

Durch die Bundeswehrsportförderung haben Sportler die Chance und die Zeit, sich in einem sozial abgesicherten Umfeld ungehindert auf das Training zu konzentrieren und so bestmöglich auf anstehende Wettkämpfe vorbereitet zu sein. Währenddessen wird der Sportler individuell fachlich durch den jeweiligen Verband oder die Leistungszentren des Deutschen Sports (hier sind besonders die Olympiastützpunkte hervorzuheben) betreut.

Bleibt nur zu sagen – thank you Canada, eh! Merci Canada!

Und bis in London in zwei Jahren.

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